Startseite
  Über...
  Archiv
  Gästebuch
  Kontakt
  Abonnieren


http://myblog.de/maze.goes.to.dubh.linn

Gratis bloggen bei
myblog.de





A Short History Of Almost Everything

Also.

Zweiter Tag. Offizielle Sehenswuerdigkeiten versucht abzuklappern. Der Spire ist nicht zu uebersehen - eine Art riesige Silbernadel, die auf der O'Connell Street in den Himmel piekst. Wunderschoen auch die Ha'Penny Bridge, eine kleine Bruecke ueber den River Liffey, die sich sehr sehr schoen biegt und mit dem weissen Gusseisen ausieht wie aus Zuckerguss geschmiedet. Von da hat man nachts einen unglaublichen Blick den Liffey entlang, und Dublin mit einem grossen halben Mond drueber (der keltische Mond... trotz der ganzen Stadt aussenrum  spinnen sich die Sagen wie von selber, man muss ihn nur ansehen) sieht aus wie ein Postkartenmotiv, aber keins von den kitschigen, sondern einfach nur ...*seufz*.

Das Haus von Oscar Wilde laesst sich nicht mehr besichtigen, weil da das Irish American College drin ist und sie alle Raeume brauchen, aber es gibt was, das nennt sich das Dublin Writers Museum. Mal schauen, ob ich da heute reingeh.

 

Die Stadt an sich ist genial. So breite Gehwege hab ich noch nirgends gesehn, die Strassen sind auch schoen breit, ueberall laufen Leute und es gibt moepende Ampeln =) Blindengerecht - so lange die Ampel rot ist, machen sie beeep... beeep.. beeep; wenn sie gruen werden, gibt es ein Geraeusch, als wuerde jemand sehr schnell eine Rutschbahn runterrutschen und sie moepen dann doppelt so schnell. Ein Detail, das ich sehr lustig finde.

Was schwer zu erklaeren ist, ist die Stimmung in der Stadt. Man fuehlt sich.. sicher. Es ist eine Grossstadt, und trotzdem ist da die Sicherheit, die man in einem Dorf hat (ich meine ein freundliches Dorf), verbunden mit all den Moeglichkeiten einer Metropole. Ich kann in Temple Bar nachts neben einem Pub stehen und Neverwhere lesen, und alles, was passiert, ist, dass zwei lustige Dubliner mit mir ein Gespraech ueber Neil Gaiman anfangen. In Berlin oder auch nur in FN haett ich aufs Maul gekriegt, oder mich zumindest mit betrunkenen Leuten rumstreiten duerfen.

Irgendwann nachts faengt die Stimmung an zu kippen, weil, wie der Dubliner mir erklaert hat "now all dem drunk young people come outa de clubs an' dey're not Irish, ye understan' ? Lookin fer trouble. Dey're not Irish, dey get aggressive, watch out, dear. No trouble wit Irish, just wit dem tourists". Dieser geniale irische Akzent (unschreibbar).. leider voellig unverstaendlich, wenn die Leute was getrunken haben oder schnell sprechen. Unverstaendlich bin ich schon, aber so ganz irisch klingts noch nicht ^.^ Naja, kommt noch.

Das hier ist alles in allem eine freundliche chillige Stadt, und die Stimmung ist gut dafuer, um ueber vieles nachzudenken. Die Gedanken sortieren sich von alleine, weil sie duerfen. Es ist.. nonchalant, irgendwie; man kann trinken gehen und Leute wegen Zigaretten anschnorren, ohne runtergekommen zu sein, man kann auf der Strasse sitzen und den buskers zuhoeren, ohne dass man komisch angeschaut wird; die Leute sind freundlich und hoeflich und schrullig und interessiert, aber nicht weil sie muessen, sondern einfach so, weil sie es gerne sind.

Ich wuerd gerne trinken gehen, aber so allein ists nicht so toll, und meine Mum denkt immer noch, ich ruehr fast keinen Alkohol an - hoff ich zumindest. 

Dublin ist uebrigens die erste rauchfreie Hauptstadt Europas und war Vorbild fuer das generelle Rauchverbot in Gaststaetten. Darauf sind sie offiziell sehr stolz, aber die Bevoelkerung beschwert sich. Es wird einerseits tatsaechlich weniger geraucht (koennte auch an den Preisen liegen.. ne Packung Kippen fuer zwischen 7 und 9 € [!!!!!], fuer Drehtabak weiss ichs grade nicht), andererseits stehen alle Raucher vor den Pubs und qualmen und sind froehlich. Im Sommer ist es ganz okay, wenn es so wie jetzt warm und sonnig ist (wir waren gestern in Malahide am Strand und ich habs geschafft, mir beim Einschlafen im Sand nen ueblen Sonnenbrand zu holen, wo mein Top am Ruecken hochgerutscht war), aber was, wenn der beruehmte irische Regen zuschlaegt oder im Winter? War eine der Hauptproblematiken. Was man ausserdem nicht bedacht hat, war, dass es absolut umweltschaedlich ist, wenn draussen vor den Pubs fuer die Raucher auch geheizt werden muss (was die meisten machen, weil die Raucher sonst zur Konkurrenz abwandern). Manche Pubs haben jetzt Raucherzimmer oder Biergaerten, wo zwar offiziell nicht serviert werden darf (soweit ich weiss), aber darum schert sich keiner.

Gestern waren wir ein Schloss besichtigen, von dem ich nicht mehr weiss, wie es heisst. Der Weg dahin ging durch eine Art Parkanlage und durch einen sehr dichten dazugehoerigen Wald. Kann nur sagen, schon da hat man sich gefragt, ob an den ganzen Geschichten ueber das Kleine Volk und die Druiden nicht wirklich was dran ist (ich glaube eh, dass ja, aber es zu glauben und es zu sehen ist nochmal was ganz anderes). Uebrigens eine der Sachen, warum ich die fruehen Missionarschristen nicht wirklich mag - sie haben die Druidenakademien zerstoert und die heiligen Orte der Leute ebenfalls. Damit ist Wissen und Kraft verlorengegangen, so vieles und so viel Wichtiges, das man jetzt neu finden muss, wenn man es sucht...

Morgen werd ich eine Klosterruine besichtigen fahren, und draussen auf dem Land sein. Bin gespannt, ob sich bewahrheitet, was ich denke.

Das ganze Land hat diese Stimmung, von schlafendem Zauber, den man nur finden muss und der einen einhuellt... gut, dass ich hier bin.

 

 

2.6.09 13:57


Werbung


This is.. IRELAAAAAND! (oder Liebe auf die erste Pint)

Kein Witz, das steht hier echt ueberall. Das hier ist mein dritter Tag in Dublin (die Schreibweise in der URL kommt vom gaelischen "dubh linn", was "schwarzes Wasser" oder "black pool" bedeutet, so ist die Stadt hier an ihren Namen gekommen), und ich mag diese Stadt einfach nur.

Erst mal ein bisschen mit Klischees aufraeumen... was haetten wir denn so...  die Iren trinken, singen, sind froehlich und reden gern, sie machen Musik, es gibt mehr Pubs als Kaufhaeuser und mehr Guinness als Wasser, und sie sind generell chaotisch.

Verdammt, das sind groesstenteils nicht nur Klischees. Alkoholiker hab ich noch keine getroffen, und da wir bis jetzt meistens nur in Temple Bar (DEM Ausgehviertel mit einer sogar fuer hier erstaunlichen Kneipendichte) unterwegs waren, weiss ich nicht, wie viel die Iren tatsaechlich trinken... aber dass Guinness genausowenig auf der Karte steht wie bei den Franzosen das Baguette vorm Essen, laesst tief blicken. Aber alles voller buskers (Strassenmusiker) und mit den Dublinern kann man genial viel reden. Total nett, freundlich, fast schon geschwaetzig.. ein lustiges Voelkchen. Ich haett nie gedacht, dass ich das mal sagen wuerde.. aber sogar die Polizei hier ist nett. Die scheuchen die buskers nicht weg, sondern machen Komplimente xD

 

Aber von Anfang an.

 

Samstag, nach einem seltsamen Flug mit Ryanair (zehn Kilo Gepaeck pro Nase, also ein kleiner Koffer.. frag mich, wann die die Sitze rausbauen, um noch mehr Leute verladen zu koennen)  im Dublin Airport angekommen. Dann mit dem Airlink Bus zum Hotel. Mein erster Eindruck von Dublin war: Kohlenarbeitersiedlung. Wir sind durch die Docklands ins Zentrum gefahren - viele viele arme einstoeckige Haeuser aus Ziegeln. Im Stadtzentrum werden sie dann zwei-oder dreistoeckig, und je weiter man nach oben kommt, desto niedriger werden die Stockwerke. Sieht nicht schlecht aus, eigentlich.

Zweiter Eindruck: Zweisprachigkeit. Hier muessen per Gesetz alle Schilder in irischem Gaelisch und in Englisch verfasst sein, und die Ansagen in Bussen etc in beiden Sprachen gemacht werden. Irisch hat keine Aehnlichkeit mit irgendeiner mir bekannten Sprache, ich hab inzwischen drei Woerter gelernt: Polizist/en (garda/i), Gesundheit (slainte) und Schwarzbrennerei (poitien). Das Ganze noch gewuerzt mit jeder Menge accents, die ich hier auf dem PC nicht schreiben kann.. und ich hab keine Ahnung, wie man das Geschriebene ausspricht, aber ich versuchs rauszukriegen. Interessant ist es schon.

 

Naja. Im Guesthouse angekommen (das Zimmer ist erstaunlich klaustrophobisch und auf dem Weg hat es an drei Ecken hintereinander nach Gras gerochen.. *mag*) haben wir uns gleich wieder auf den Weg gemacht, nach Temple Bar, was essen. In einem grossen Pub gelandet, dem Quays. Irisches Essen gegessen (und furchtbar viel davon), dann hat sich meine Mum eine halbe Pint bestellt (wer jetzt noch fragt wovon, der hat nicht ganz verstanden, dass ich in IRLAND bin... Guinness, Leute -.- Irlands schwarze Seele) und ich hab ihr was geklaut.

Wenn ihr mich kennt, dann werdet ihr denken, man hat mir auf den Kopf gehauen, denn.. Ich MAG das Zeug. Sogar sehr sehr sehr gern.. kein Vergleich zu dem Krempel, den der Ire mich letzten Sommer hat probieren lassen. Ich koennte mich dran gewoehnen, jeden Tag eine Pint zu essen und mehr nicht.. bin generell auesserst unhungrig gerade.

In das Zeug reinstarren und sinnieren, oder halb vergessen, was ich denke.. das waers, was ich jetzt braeuchte. Aber ich hab nur noch 2 Euro, und ne Pint kostet fast doppelt so viel.. dammit.

Ich frag mich nur, ob ich anfangen werde Whiskey zu moegen. Dann hat mich das Land hier wirklich gehirngewaschen.

 

So, genug fuer heute. Ich geh mich wieder rumtreiben. Ihr hoert von mir.

1.6.09 22:37





Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung